Kirchen üben Kritik an Anatomieschau

26.01.2012

Die Körperwelten-Ausstellung soll im Sommer 2012 in Ludwigsburg zu sehen sein

Für viele Vertreter aus Politik und Kirche kam die Nachricht von der Körperwelten-Ausstellung des Präparators Gunter von Hagens im Sommer 2012 in Ludwigsburg überraschend. Evangelische und katholische Kirche äußerten in der Lokalpresse Kritik an der Anatomieschau. In den Stuttgarter Nachrichten war zu lesen: Pfarrer Heinrich Schützler von der evangelischen Friedenskirche sieht darin eine pietätlose Grenzüberschreitung. "Wo hört es denn mal auf, Kapital aus dem Menschen zu schlagen?", kritisiert er. Dass das Publikum von der Mischung aus Show und Wissenschaft magisch angezogen wird, lässt der Theologe nicht gelten: "Auch im Römischen Reich hat die geifernde Masse sich am Blutbad im Circus Maximus ergötzt", betont Schützler. Der katholische Dekan Oliver Merkelbach spricht ebenfalls von "Sensationslust", bei der Ausstellung stehe das wirtschaftliche Interesse zweifellos im Vordergrund. "Aus christlicher Sicht geht die Würde des Menschen über den Tod hinaus", betont er. Vom Besuch der Schau abraten wollen allerdings beide Theologen ihre Kirchenmitglieder nicht: "Die Entscheidung muss jeder selbst treffen. Die Zeiten sind vorbei, in denen die Kirche den Christen etwas vorgeschrieben hat", so Merkelbach.


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