Empfehlungen für die Gemeindepastoral der Zukunft

12.07.2013

Knapp 100 TeilnehmerInnen diskutierten auf einem Aggiornamento-Forum des Dekanats Empfehlungen der Diözese zur Weiterentwicklung der Gemeindepastoral

Die Präsentation zum Vortrag finden Sie Hier.

Pressestimme aus der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 13.07.13

"Wer sich bewegt, gewinnt!", lautete eines von vielen ermutigenden Stichworten zur Weiterentwicklung der Gemeindepastoral auf dem Aggiornamento-Forum des Dekanats Ludwigsburg am 11.07.13 in St. Paulus. Knapp 100 Personen aus Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen verfolgten mit großen Interesse die Ausführungen von Domkapitular Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung "Pastoral Konzeption", und Michael Elmenthaler, Leiter des diözesanen Projekts Gemeinde zum aktuellen Stand und Empfehlungen des Projekts.

Gleich zu Beginn stellte Elmenthaler fest, dass sich die Empfehlungen des Projekts im Prozess befänden und mit VertreterInnen von Kirchengemeinden diskutiert und fortgeschrieben werden. Die "Expertenmeinung" der Basis wird gehört und in den Prozess aufgenommen.

Als wohl größte Herausforderung benannte Dieter Schmid, Zw.Vorsitzender St. Maria, Freiberg, die Öffnung der Kirchengemeinden auf die Lebenswirklichkeit der Menschen hin, den Blickwechsel nach außen. Zum einen fällt es schwer, sich vom laufenden Geschäft frei zu machen, den Blick nach außen zu richten, dafür Ressourcen vorzuhalten und kompetent aufzuarbeiten. Zum anderen entwickelt sich die Lebenswirklichkeit mit immer größerem Tempo und steigender Komplexität: Das mache es schwer, die richtigen Antworten auf die Fragen der Zeit zu finden.

Entlastungsmöglichkeiten sahen die TeilnehmerInnen durch die Empfehlung, die pastorale Arbeit noch stärker zu vernetzen und sich auf einzelne Schwerpunkte zu konzentrieren. Der Ausbau und die Pflege von Netzwerken scheint vielerorts noch entwicklungsfähig.

Das Verhältnis der kirchlichen Grunddienste "Liturgie", "Verkündigung" und "Diakonie" soll durch die Kirchengemeinden  stärker in Ausgleich gebracht werden. Oft besteht ein Missverhältnis zu Gunsten von Liturgie und Verkündigung. Der sozial-diakonische Auftrag der Kirchengemeinde soll aufgewertet und verstärkt werden.

Neue Leitungsmodelle für "Pfarrbeauftragte", verpflichtende Fortbildungen für Pastoralteams, Öffnung anderer Berufsgruppen für die pastrorale Arbeit, qualitätssichernde Maßnahmen und eine solidarische Steuerung des Personaleinsatzes bildeten die Empfehlungen im Bereich "Personal". Vieles wurde von den BesucherInnen als Schritte in die richtige Richtung bewertet. Zum Thema "alternative Zugangsmöglichkeiten zum Priesteramt" regten einige an, die Bemühungen für die Öffnung der Zugangswege engagiert fortzusetzen, auch wenn Veränderungen aufgrund weltkirchlicher Wetterlage derzeit nur wenig wahrscheinlich seien. DK Karrer betonte zu diesem Punkt, dass er sich persönlich vielefältige Möglichkeiten vorstellen könne, dass er aber als Verantwortlicher für die Seelsorge der Diözese bereits jetzt gangbare Lösungen und Antworten auf den aktuellen seelsorgerlichen Bedarf suchen und finden muss.

Strukturell sollen Seelsorgeeinheiten zu rechtlich handlungsfähige Größen umgestaltet werden. Empfohlen wurde die Bildung von Gesamtkirchengemeinden mit spezifischen Ortssatzungen oder die Zusammenschließung von mehreren Kirchengemeinden zu einer Kirchengemeinde mit der Bildung von (Teil-)Ortsausschüssen.

Sehr viele BesucherInnen sprachen DK Karrer ihre Anerkennung zu den Überlegungen des Projekts, deren Klarheit und Praxisbezogenheit aus und wünschten ihm und dem Projekt Gemeinde viel Mut und Rückenwind für die weiteren Klärungen und die Umsetzung.

Domkapitular Matthäus Karrer, Rottenburg
Plenum
Projektleiter Michael Elmenthaler, Projekt Gemeinde, Rottenburg
 
Volles Haus im Gemeindezentrum St. Paulus, Ludwigsburg
 

Fotos: Bair/Dekanat

Domkapitular M.Karrer (F: Bair)

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