Bischof Fürst macht Mut, Kirche zu verändern

26.01.2015

Bischof Fürst spricht vor über 200 Katholiken in Ludwigsburg und wirbt für Veränderungsprozesse in der Kirche

Mit seinem Besuch am Freitag 16. Januar hat Bischof Fürst zur Teilnahme an den Kirchengemeinderatswahlen motiviert. Über 200 Katholiken aus dem Landkreis begegneten Bischof Fürst in einer Andacht in der Dreieinigkeitskirche und einem anschließenden Gesprächsabend im neuen Haus der Katholischen Kirche am Marktplatz in Ludwigsburg.

Bischof Fürst in der Dreieinigkeitskirche

Bei der Andacht ermunterte der oberste Hirte der Diözese Rottenburg-Stuttgart die versammelten Katholiken zur Kandidatur und zur Werbung um weitere Ehrenamtliche für die Gremien, die sich in gut zwei Monaten neu konstituieren. „In einer Gemeinde braucht’s viele unterschiedliche Talente und je mehr verschiedene Menschen sich einbringen und engagieren als Räte, umso besser“, unterstrich der geistliche Würdenträger in seiner Ansprache. "Wer seinen Begabungen vertraut und diese für den Nächsten einsetzt, handelt im Namen Jesu."

Dekan König begrüßt Bischof Fürst in Ludwigsburg

Dass sich die neue Amtsperiode der Räte (2015 bis 2020) zeitlich exakt deckt mit dem Entwicklungsprozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“, beurteilte der Bischof als „zusätzliche Chance, Kirche vor Ort mitzugestalten“.

Im Haus der Kirche gewährten anschließend vier Kirchengemeinderäte und eine Erstkandidatin aus dem Dekanat Ludwigsburg einen kurzen Einblick in ihre Motivation für die Arbeit im Kirchengemeinderat.

E. Schwartländer- Brand

Elisabeth Schwartländer- Brand möchte durch ihr Engagment im KGR der Kirche ein Gesicht geben. Sie ist in der Citypastoral der Dreieinigkeitskirche am Marktplatz Ludwigsburg engagiert, welche durch das Haus der Katholischen Kirche einen erstaunliche Resonanz erfährt. Gaby Wrobel aus Vaihingen-Enz berichtet von einem Neuaufbruch ihrer Kirchegemeinde, indem verstärkt Familien in ihren unterschiedlichen Lebensumständen in den Blick genommen werden. Lioba Stehmer, Zweite Vorsitzende des Dekanatsrats, unterstrich die Notwendigkeit, auf die Menschen zuzugehen, unabhängig von ihrer kirchlichen Prägung. Dabei gab sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es auch in der katholischen Kirche möglich werde, dass Frauen entsprechend ihrem Charisma, Zugang zu kirchlichen Weiheämtern erhalten.
Frau Kistner-Kracke, die zum ersten Mal für einen KGR kandidiert, wünscht sich durch ihr Engagement wirksamen Einsatz für christliche Werte im gesellschaftlichen Umfeld. "Zum Beispiel im Kindergarten", so die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Die Suche nach Kandidierenden ist in den 46 Kirchengemeinden im Landkreis keine leicht Aufgabe, fasst Dekanatsreferent Alexander Bair, der den Abend moderierte, eine Umfrage zu den Wahlvorbereitungen im Landkreis zusammen. Zum Jahreswechsel konnten erst 20 % aller Kirchengemeinden einen erfolgreichen Abschluss der Kandidierendensuche verkünden. Allerdings sind 4 von 5 suchenden Kirchengemeinden einigermaßen zuversichtlich, die erforderliche Anzahl von Kandidierenden zu erreichen. Bei der letzten Wahl 2010 konnte nur 1 von 46 Kirchengemeinden mangels ausreichender Kandidaten keine Wahl durchführen.

Bischof Fürst im Haus der Kath. Kirche

"Kirche an vielen Orten gestalten" lautet die Leitlinie für die pastorale Entwicklung der kommenden 5 Jahre. "Das Ziel dieses Prozesses ist eine missionarische Kirche, eine Kirche, die die Lebenskontexte der Menschen wahrzunehmen weiß", so der Bischof in seiner Rede im Haus der Katholischen Kirche am Marktplatz. Kirche vollzieht sich an unterschiedlichen Orten, in der Schule, im Krankenhaus, im Tafelladen, in der Kirchengemeinde. Diese Orte wahrzunehmen, miteinander zu vernetzen, konzertiert und mit Schwerpunkten den Menschen entgegenzugehen, sind Herausforderungen für die Kirchengemeinden der nächsten Jahre. Damit die Seelsorgerinnen und Seelsorger zu diesem Weg ermutigt werden, sind sie zu zweitägigen Fortbildungen eingeladen, zu denen mittlerweile 1.200 Hauptberufliche angemeldet sind. Erforderliche Schwerpunktaufgaben sollen durch Entlastung von Verwaltungsaufgaben ermöglicht werden.

Bischof Fürst wies ferner auf die derzeit sprudGespräche im Haus der Kath. Kircheelnden Kirchensteuereinnahmen hin, die der Diözese eine umsichtige Haushaltspolitik und eine langfristige Personalplanung ermöglichen. Wer heute Theologie studiert, kann bei erforderlicher Eignung bei der Diözese zuversichtlich einen sehr sicheren Arbeitsplatz erwarten, so der Bischof.

Bei Häppchen gab es danach noch die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit dem Gast aus Rottenburg, die rege genutzt wurde.

Hier geht es zum Video"Kirchengemeinderatswahl 2015 - Nachgefragt in Ludwigsburg"

 
 
 
 
 

Fotos: Franc Arh

Kirche verändert sich

Video der DRS-Media:

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