Mit dem Papst zu neuen Horizonten - Die Kirchengemeinden engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit

09.10.2015

Im Landkreis tut sich einiges für Flüchtlinge - auch über das Projekt "Neue Horizonte" hinaus.

Die Resonanz war groß, als der Dekanatsrat der katholischen Kirche im März vergangenen Jahres das Projekt „Neue Horizonte“ auf den Weg brachte. 23.000 € wurden für Kirchengemeinden bereit gestellt, die Projekte zur Flüchtlingsarbeit anstoßen wollten. Statt der geplanten 12 sind es mittlerweile 13 Gemeinden, die einmalig 1.000 Euro zur Verfügung bekamen und Folgeanträge einreichen können.

Vergangenen Mittwoch trafen sich die beteiligten Gemeinden zu einem Vernetzungstreffen. Eingeladen hatten dazu Martha Aldinger, Fachkraft der Caritas in Flüchtlingsfragen, und Dekanatsreferent Alexander Bair, der das Projekt angestoßen hatte und jetzt begleitet. „Uns ist wichtig, den teilnehmenden Gemeinden auch eine Möglichkeit zum Austausch zu geben.“ sagen die Beiden. Und so unterschiedlich die Menschen und Tätigkeiten sind, oft sind es ähnliche Erfahrungen, von denen die Vertreterinnen erzählen. So werden überall Flüchtlinge im Alltag, bei Behördengängen oder beim Einkaufen begleitet. Es gibt Kochkurse, Kleiderläden, Cafés und Kinderprogramm. Vor allem aber die Vermittlung der deutschen Sprache spielt durch die Bank eine wichtige Rolle. Die Kinder lernten diese recht schnell, so die Beobachtung, da sie in der Schule viel Möglichkeit zum Sprechen hätten. Für Erwachsene gibt es in den Räumen der Kirchengemeinden diverse Deutschkurse, teilweise auch mit paralleler Kinderbetreuung. Häufig sei jedoch die Vermittlung von Dolmetschern unumgänglich, damit gerade bei sensiblen Themen richtig übersetzt werden könne.

Doch nicht nur die 13 Kirchenemeinden im Projekt „Neue Horizonte“ engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit. Eine Abfrage ergab, dass nahezu alle Gemeinden sich in ihrem Umfeld engagieren, ob im kommunalen AK Asyl oder mit der Begleitung, mit Kursen und Vermittlung. Und das nicht erst seitdem Papst Franziskus die Kirchengemeinden zur Aufnahme von Flüchtlingen aufgefordert hatte. Dekan Alexander König stellt fest: „Schon vor diesem Appell haben einige Gemeinden Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.“ Der Aufruf habe die Prüfung der Raumsituation aber intensiviert: „Fast alle Kirchengemeinden im Landkreis prüfen gerade, welche Räumlichkeiten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden können. Einige Kirchengemeinderäte haben dahingehend schon positiv entschieden.“ berichtet König. „Alleine im Stadtgebiet Ludwigsburg werden eine Pfarrerwohnung, eine Dienstwohnung im Pfarrhaus und eine Haushälterinnenwohnung Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Vor allem mit Blick auf den Winter suchen die Leute gerade eifrig nach Wohnungen.“ Dazu kommt, dass der Diözesanverband der Caritas gerade bei allen Kirchengemeinden erhebt, welche Unterbringungsmöglichkeit es vor Ort gibt. Über die Ratschläge aus Rom hinaus, ergänzt König, sei für die Menschen im Landkreis jedoch besonders wichtig, vor allem mehr aus den Herkunftsländern zu erfahren, um die Flüchtlinge immer besser verstehen zu können.

A. König / F.D.Schwarz


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