Forum Kirche am Ort: Blickwechsel

25.11.2015

Veranstaltung mit Professor Ebertz und Direktor für Kommunikation der Staatsoper Stuttgart, Thomas Koch.

Normalerweise empfände man es als störend, wenn mitten im Vortrag im Nebenraum ein Chor anfinge zu proben. Vergangenen Montag war die Umrahmung aber mehr als passend: Das katholische Dekanat Ludwigsburg hatte im Rahmen des Entwicklungsprozesses „Kirche am Ort“ zum ersten Forum nach Ditzingen geladen, 65 Personen waren gekommen. Der Ttel der Veranstaltung: Blickwechsel! Im ersten Teil des Abends vermittelte Professor Michael N. Ebertz aus Freiburg die Veränderungen in unserer Gesellschaft, die auch für die Kirche Handlungsbedarf hervorrufen. Dann folgte ein Podiumsgespräch bei dem Thomas Koch, Direktor für Kommunikation an der Staatsoper Stuttgart, neben seinem Vorredner Platz nahm. Ebertz‘ Kommentar zum deutlich hörbaren Chor: „Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder!“ Eine erste Verbindung zwischen den beiden (auf den ersten Blick so unterschiedlichen) Welten.
Moderatorin Christine Walter-Schäfer aus Benningen fragte nach den weiteren Gemeinsamkeiten. Thomas Koch antwortete mit seinen Erfahrungen an der bayerischen Theaterakademie. „Ich habe den Schülerinnen und Schülern dort immer gesagt: Das erste Buch, das Ihr lesen müsst, um Theater machen zu können, ist die Bibel.“ Alle Geschichten, um die es im Theater gehe, seien hier schon vorweg genommen. Beruhigend, so Koch weiter, sei außerdem, dass man sowohl beim Besuch einer Kirche als auch beim Besuch einer Oper, immer wisse, was einen erwarte.
Mit Blick auf Unterschiede und das, was die Kirche von der Oper lernen könne, meinte Ebertz: „Die Oper ist oft in der Dramaturgie besser als wir!“ Eine Wortmeldung aus dem Publikum ergänzte, dass es im Theaterbereich eben zum Beispiel mehr Möglichkeiten gebe, Personal auszuwählen. „Wann gibt es bei uns in der Kirche mal ein Casting? Das können wir uns personell gar nicht erlauben!“
Während es, so Thomas Koch, in der Oper um die Frage gehe, wie man die unterschiedlichen Menschen erreichen könne und was deren Bedürfnisse seien, sah sein Gesprächspartner Ebertz in der Kirche häufig die Angst vor dem Neuen und Unbekannten. „Viele Kirchengemeinden sind doch wie Thermoskannen: Innen schön warm, außen kalt!“ Es gehe darum, den Blick für die Menschen zu schärfen, auch und gerade wenn sie nicht kirchlich sozialisiert seien.
Dekanatsreferent Alexander Bair dankte den beiden Gästen anschließend und schenkte ihnen je ein Kaleidoskop. „Auch hier geht es um den Blickwechsel“ meinte er augenzwinkernd. Ebertz und Koch bedankten sich lächelnd. Beide haben nun mit diesem Spielzeug eine weitere Gemeinsamkeit.

Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
 
Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
Forum Kirche am Ort. (c) Fabian D. Schwarz
 
 

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