Dekanatsrat fördert Kultur des Willkommens

11.03.2014

Projekt „Neue Horizonte“ fördert kirchliches Engagement zur Begegnung und Unterstützung von Flüchtlingen - Bericht aus dem Dekanatsrat vom 10.3.14

Mit eindrücklichen Bildern und Berichten schilderte Diakon Dr. Gebhard Altenburger vom AK Asyl auf der vergangenen Sitzung des Dekanatsrats die Situation der ca 850 Flüchtlinge im Landkreis Ludwigsburg. „Die meisten sind zwar froh, hier in Sicherheit zu sein, doch nicht wenige sind von den Erfahrungen in ihrer Heimat traumatisiert und leiden unter der Fremdheit in diesem Land“, berichtet der Diakon. „Ein weiteres Problem für die Flüchtlinge im Landkreis ist die Langeweile: In den ersten neun Monaten dürfen die Asylsuchenden keine Arbeit annehmen. Vielen fällt dieses Nichtstun sehr schwer.“ Dazu kommen teilweise schlecht ausgestattete Gemeinschaftsunterkünfte, die die Menschen auf engem Raum zusammen zwingen, oftmals ohne Rückzugsmöglichkeit. Dem AK Asyl im Landkreis liegt besonders die Containersiedlung in Sachsenheim am Herzen, die in keinem guten Zustand ist. Vor allem im Winter seien die dortigen Zustände grenzwertig. „Hier versuchen wir mit dem Landratsamt, das die Verantwortung für die Unterbringung trägt, für eine Verbesserung der Situation zu sorgen“, so der Diakon.
Kirchliche Arbeit kann für die Intergration der Flüchtlinge viel bewirken: Die Engagierten sind gut mit ihren Kirchengemeinden vernetzt und können Hilfe vermitteln. Als ein Beispiel aus der Praxis stellte Dekan Oliver Merkelbach den ökumen. Asylkreis in Benningen (Marbach) vor, über den es problemlos gelang, die Flüchtlinge in Benningen mit Winterkleidung auszustatten.
Auch Freizeit und Begegnungsangebote werden gerne angenommen. „Wichtig dabei“, so Diakon Altenburger, „sei es, weniger „für“ die Flüchtlinge zu tun, sondern mit ihnen zu handeln.“
Das Anliegen der Begegnung und Unterstützung der Flüchtlinge im Landkreis möchte der Dekanatsrat unterstützen und verabschiedete einstimmig das Projekt „Neue Horizonte“. „Als Kirche wollen wir dazu beitragen, dass Flüchtlinge bei uns willkommen sind und eine neue Heimat finden“, so der Rat in einer Stellungnahme. Das Projekt fördert Kirchengemeinden und kirchliche Gruppen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren mit jährlich 1000 € über einen Zeitraum von drei Jahren.
"Beim Engagement der Kirchengemeinden soll auf die Kooperation mit übergemeindlichen Gruppen und auf die Stärkung des Ehrenamts besonderes Gewicht gelegt werden", hob Dekanatsreferent Alexander Bair bei der Vorstellung des Projektauftrags hervor.
Der Dekanatsrat wird vorbehaltlich einer anteiligen Unterstützung durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart 36.000 € in dieses Projekt investieren. Projektbewerbungen gehen über die jeweilige Kirchengemeinde an den Dekanatsrat, der die Mittel den Projekten zuweist. Hier geht es zum Projektauftrag und zum Bewerbungsformular.

Michael Friedmann stellte sich dem Rat als neuer Referent des Projekts „Kirche-Bildung-Schule“ vor und forderte die Räte auf, in ihren Kirchengemeinden nach Möglichkeiten eines stärkeren Kontakts zur Lebenswirklichkeit Schule zu suchen.

In einigen Kirchengemeinden stehen Prozesse zur Bildung von Gesamtkirchengemeinden an. Es wurde deutlich, mit welcher Intensität und Vielgestaltigkeit die Kirchengemeinden nach ihrem zukünftigen Profil fragen.
Im Projekt Aggiornamento sind 9 Kirchengemeinden und 1 Kloster auf einem Veränderungsweg gestartet. Dekanatsreferent Alexander Bair stellte die zweite, abschließende Projektphase vor, die im April 2015 in ein Abschlussfest mündet.

Der Dekanatsrat trägt zusammen mit dem Dekan die Verantwortung für die Aufgaben der katholischen Kirche auf Landkreisebene. Im Dekanatsrat ist jede Kirchengemeinde und muttersprachliche Gemeinde mit einem gewählten Mitglied vertreten. Er hat 59 stimmberechtigte Mitglieder und kommt pro Jahr zu 3 Sitzungen zusammen.

01 Diakon Dr. Gebhard Altenburger - AK Asyl im Landkreis
02 Dekan Oliver Merkelbach begrüßt die 40 Delegierten
 
03 Dekanatsrat tagt im Bischof-Sproll-Haus
 

Projekt Neue Horizonte

Ökumenische Fachstelle Asyl

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